Monatsarchive: Juli 2014

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Jojo Moyes – Ein ganzes halbes Jahr

Foto: amazon

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Will Traynor genießt sein Leben – jung, erfolgreich, gut aussehend, sportlich… er hat alles, was man sich nur erträumen kann. Bis zu dem Tag, an dem er angefahren wird und gelähmt ist. Gefesselt an einen Rollstuhl, Arme und Beine unbrauchbar, nicht mehr fähig sich selber zu versorgen – so vegetiert er vor sich hin.

Louisa Clark arbeitet in einem kleinen Café und versorgt auf diese Weise ihre Familie. Als sie eines Tages entlassen wird, weil das Café geschlossen werden muss, sucht sie verzweifelt einen neuen Job. Und den findet sie – als Pflegerin bei Will. Die Vertragsdauer beträgt ein halbes Jahr. Warum die Zeit so genau festgelegt wurde, erfährt Louisa wenig später: Will Traynor will sterben und hat seiner Familie noch genau sechs Monate versprochen. Louisa soll durch ihre lebensfrohe und vor allem durch ihre gegen-die-Norm-verstoßende Art Will davon überzeugen, dass das Leben doch lebenswert ist. Egal ob im Rollstuhl oder nicht.

Sie ist zunächst entsetzt dadrüber, doch dann packt sie der Ehrgeiz. Sie will Will wieder auf die Seite der Lebensfrohen bringen! Sie plant viele Unternehmungen, doch zeigt sich sehr schnell, dass die Gesellschaft nicht immer unbedingt bestens auf Rollstuhlfahrer vorbereitet ist.

Die sechs Monate vergehen wie im Flug, und in der Zeit lernen sich nicht nur Will und Louisa immer besser kennen, Louisa findet auch wieder zu sich und weiß, was sie an ihrem Leben ändern will.

Am Ende steht die große Frage: Kann Louisa Will nach den sechs Monaten davon überzeugen, nicht zu Dignitas zu fahren, um dort zu sterben? Reicht die in dieser Zeit erwachsene Liebe zwischen den beiden Personen aus, um ihn sein Leben als Rollstuhlfahrer zu akzeptieren?

 

Dieses Buch lag lange Zeit bei mir im Regal und wartete darauf, gelesen zu werden. Wie konnte ich nur so lange warten? Die Geschichte von Will und Louisa ist einfach toll – bewegend, liebevoll und vor allem auch sehr sensibel mit einem Thema umgehend, das wirklich nicht einfach ist -> das begleitete Sterben. Jojo Moyes hat hier wirklich etwas ganz Großes erschaffen 🙂 Ich werde mir auf jeden Fall auch ihre anderen Werke besorgen, mal schauen, was mich dann erwartet – auf jeden Fall werden diese Bücher nicht so lange im Regal liegen 😉

10/10

 

 

John Green – Das Schicksal ist ein mieser Verräter

Foto: amazon

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Hazel-Grace hat Krebs und wird sterben. Um ihren Eltern den Gefallen zu tun, geht sie deswegen in eine Selbsthilfegruppe für Krebskranke. Eines Abends lernt sie dort Augustus Waters kennen – er hatte vor Jahren Krebs und hat dadurch sein Bein verloren. Schnell kommen die beiden ins Gespräch und aus einer anfänglichen Freundschaft wird schnell mehr und die beiden verlieben sich ineinander.

Jeder krebskranke Jugendliche hat einen Wunsch frei. Hazel hat ihren vor Jahren schon verbraucht, doch Augustus hat seinen noch frei. Und den schenkt er ihr: Eine Reise nach Amsterdam, wo ihr Lieblingsautor Peter Van Houten wohnt, der das sie prägende Buch „Ein herrschaftliches Leiden“ geschrieben hat. Soviele Fragen hat sie an Van Houten, ohne deren Antwort sie nicht sterben will.

Doch der Besuch bei Van Houten stellt sich als große Enttäuschung heraus. Nichts ist von dem Mann zu erkennen, der so etwas Brilliantes wie „Ein herrschaftliches Leiden“ geschrieben haben soll.. und dann erfährt Hazel noch, dass der Krebs bei Augustus wieder da ist und er nicht mehr lange zu leben hat…

Die Welt ist keine Wunscherfüllmaschine

Dass das Buch kein Happy End hat, ist, glaube ich, klar. Man schlägt das Buch zu und hat kein gutes Gefühl. Und dennoch ist es einfach eine sehr gute Geschichte. Die Art, wie Hazel und Augustus mit ihrem unausweichlichen Tod umgehen ist real, beschönigt nichts und stellt das Leben so dar, wie es nun mal einfach sein kann (=mies). John Green geht hier höchst intelligent mit einem sehr sensiblen Thema um und zeigt, dass es trotz unausweichlichem Ende immer etwas gibt, was das Leben lebenswert macht und dass man keinen Tag vergehen lassen sollte, an dem man nicht das Leben genießen sollte – vor allem, wenn man gesund ist!

9/10

Daniel Glattauer – Ewig Dein

Foto: buecher.de

Foto: buecher.de

Judith lernt Hannes Bergtaler im Supermarkt kennen – auf sehr unangenehme Art und Weise: Er tritt ihr heftig in die Ferse. Natürlich ist das ein perfekter Vorwand, um sie mehrmals anzusprechen – natürlich immer, um sich nur zu entschuldigen.

Am nächsten Tag steht er in ihrem Lampengeschäft und will sie unbedingt auf einen Kaffee einladen. Aufgrund seiner sympathischen und offenen Art willigt sie ein und die beiden verabreden sich. Schnell macht er ihr klar, dass er ihr total verfallen und sie die schönste Frau auf Erden ist. Angetan von den vielen Komplimenten und dem Gefühl, dass sie etwas ganz Besonderes ist, fängt sie eine Beziehung mit Hannes an. All ihre Freunde und auch ihre Familie sind sofort begeistert von ihm.

 Doch ihre anfänglichen Gefühle für ihn kehren sich bald ins Gegenteil um – zu aufdringlich, einnehmend und einengend verhält sich Hannes. Er ist überall, jeden Tag, Judith bekommt keine Luft mehr und macht Schluss. Doch das will Hannes nicht akzeptieren und auch ihre Freunde und Familie verstehen ihre Entscheidung nicht. Judith fühlt sich verfolgt und kommt nicht mehr zu Ruhe. Wenige Wochen später muss sie ins Krankenhaus eingeliefert werden – mit einer psychischen Störung.. hat sie sich alles nur eingebildet? Ist Hannes doch der normale nette und liebende Freund, als den ihn alle sehen? Oder hat er ein dunkles Geheimnis, das er nur perfekt zu verstecken weiß? Judiths Angestellte Bianca stellt Nachforschungen an…

 

Ich bin ja der Meinung, dass sich ein gutes Buch vor allem dadurch auszeichnet, dass es Gefühle in einem Leser auslöst. Und dabei ist es doch egal, ob das positive oder negative Gefühle sind. Denn auch wenn man sich beim Lesen dauerhaft unwohl fühlt – und das war bei diesem Buch auf jeden Fall der Fall – ist es doch ein Zeichen fürs Glattauers Brillianz, die Geschichte von Judith und Hannes so anschaulich zu erzählen, dass man sich „hineinfühlen“ kann. Richtig gut! Und Hannes ist einfach nur krank! So! 😉

9/10

Dean Koontz – Frankenstein. Die Kreatur (#2)

Es sind wieder verschiedene Handlungsstränge, die in diesem Buch parallel verlaufen, sich teilweise treffen und gegenseitig beeinflussen:

Foto: ebook.de

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Erika 5 ist erwacht. Aber auch sie scheint „defekt“ zu sein, da sie Fragen über Sex und über Victor stellt, was ihr eigentlich nicht zusteht. Sie hinterfragt die Dinge und erforscht das Haus, wobei sie einen Geheimgang entdeckt, der sie in die Tiefen von Victors Labor führt. Am Ende des Buches trifft sie auf das Wesen, das am Ende von Band 1 aus Harker herausgekommen ist und gibt ihm zu Essen.

Randal 6 ist bei Arnie und Carson angekommen und schleicht sich ins Haus.

Deucalion sucht weiter nach Victor, trifft in der Zwischenzeit auf Pastor Laffite, der ihn darum bittet, ihn zu töten. Das ist sehr ungewöhnlich, da die Wesen der Alten bzw. Neuen Rasse keinen Selbstmord begehen dürfen und eigentlich auch nicht darüber reden dürfen, sterben zu wollen. Deucalion tötet den Pastor, nachdem dieser Carson und Michael einiges über Victor und seine Kreaturen erzählt hat.

Mehrere Diener von Victor weisen selbstzerstörerisches Verhalten auf. Einer frisst seine eigenen Finger auf, der andere schlägt sein Gesicht in eine Bratpfanne. Der Satz „Es fallen Zeilen der Programmierung herunter“ fällt sehr oft. Es scheint einiges mit der Neuen Rasse nicht mehr in Ordnung zu sein.

Cindie und Benny sind Auftragsmörder. Doch auch Cindie hat einen Defekt, wünscht sie sich laufend eigene Kinder. Und eigentlich dürfen die Frauen der Neuen Rasse keinen Kinderwunsch haben – sind sie anatomisch dazu auch gar nicht in der Lage.

Carson und Michael treffen auf Randal 6, doch Deucalion tötet ihn und die Gefahr ist von dieser Seite aus erstmal gebannt.

Ich kann mich gar nicht entscheiden, welcher Handlungsstrang mir am besten gefällt… aber eigentlich ist es doch wirklich das Gesamtkonstrukt, das Dean Koontz hier in seiner Frankenstein-Reihe erschaffen hat… die Geschichte rund um die Neue und die Alte Rasse, um die verschiedenen Stufen innerhalb der Rassen, die Programmierungen der einzelnen Personen und um die Pläne von Victor Helios ist so faszinierend krank, das man einfach immer weiterlesen will. Bin gespannt, wie es in Band 3 weitergeht!

9/10

Nicole S. Valentin – Trotzdem irgendwie verliebt

Foto: amazon

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Pia Sommer will einen Neuanfang in Hamburg. Ihr alter Chef hat ihr im Laufe ihrer Beziehung ein wichtiges Detail verschwiegen: Er ist verheiratet. Zwar beteuert er, dass er sich schon lange trennen wollte, doch Pia hat das Vertrauen zu ihm verloren und zieht weg.

Kaum in Hamburg angekommen, geht sie mit einer guten Freundin feiern – und lernt einen gutaussehenden Fremden kennen. Kurzentschlossen verbringt sie die Nacht mit ihm. Man muss ja auch mal seinen Spaß haben, denkt sie sich.

Aber wie es der Zufall so will, trifft sie genau diesen Mann auf der neuen Arbeit wieder – als ihren Chef Alexander Hofer. Beide können nicht verbergen, dass sie sich weiterhin voneinander angezogen fühlen und wollen diese Gefühle auch gar nicht verstecken. Bis zu dem Tag, als Pia von seiner Frau hört… hat sie denselben Fehler schon wieder gemacht?

 

Wie lange habe ich für das Buch gebraucht? 2 Stunden? 3? Man überfliegt es regelrecht, die Handlung ist eigentlich klar, die Charaktere bleiben eher blass, Unterhaltungswert ist teilweise schon geboten. Insgesamt aber eher mittelmäßige Lektüre…

4/10

Tommy Jaud – Hummeldumm

Foto: fischerverlage.de

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Matthias und Sina sind seit einigen Jahren ein Paar und stehen gerade kurz vor dem Kauf der absoluten Traumwohnung. Doch zuvor soll noch ein Urlaub her. Matthias überlässt Sina die Planung und nun sitzt er in einem Flieger Richtung Namibia – zwei Wochen auf Safari. Die Freude könnte nicht größer sein…. 😉

Bereits am Flughafen lernen die beiden ihre Begleiter kennen – und jeder einzelne übertrifft den anderen an Dummheit – zumindest in Matzes Augen, der so gar keine Lust auf diesen Urlaub hat. Und dann noch der Anruf der Immobilienmaklerin, dass das Geld fehlt, durch das sie die Wohnung sicher gehabt hätten. Er muss ganz dringend seinen Bankberater anrufen! Aber da geht das Handy aus – Akku leer. Und Sina hat nicht den richtigen Adapter mitgenommen. Einige seiner Reisegefährten haben zwar einen, aber die werden jeweils für etwas ganz wichtiges anderes gebraucht – einem Föhn zum Beispiel… der Urlaub beginnt, und mit ihm eine Odysee von Adapter zu Adapter, von Telefonat zu Telefonat und auch von Streit zu Streit, denn Sina gefällt es gar nicht, wie abgelenkt ihr Freund während des Urlaubs wirkt…

Herrlich, einfach nur herrlich! Ich habe selten so gelacht, wie bei diesem Buch. Es passiert zwar eigentlich die ganze Zeit über dasselbe bzw. dreht sich der gesamte Urlaub um ein und dasselbe Thema, aber Tommy Jaud schreibt auf eine so herrlich witzige und vor allem auch sarkastische Art und Weise, die es einem unmöglich macht, das Buch vor Beendigung beiseite zu legen 😉

9/10

Gioconda Belli – Waslala

Foto: dtv.de

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Melisandra lebt in Faguas, einem fiktiven südamerikanischen Land, gemeinsam mit ihrem Großvater auf dessen Hacienda. Einmal im Jahr bekommen sie Besuch von Schmugglern und Händlern. So auch dieses Jahr. Unter ihnen ist der Journalist Raphael, der über den phantastischen Ort Waslala schreiben möchte und sich dafür mit Melisandra auf den Weg ins Landesinnere machen will. Zumindest sagt er das offiziell. Inoffiziell will Raphael eine Reportage über die Herstellung der Droge Philin schreiben, die die Machenschaften in diesem Land regiert.

Melisandra und Raphael machen sich auf den Weg durch ein Land, das viele Seiten hat und diese auch in voller Vielfalt zeigt. Während der Reise kommen die beiden zusammen und erleben gemeinsam eine Zeit, die sie niemals wieder vergessen werden. Die Fragen, ob Waslala tatsächlich existiert oder nicht und ob Melisandra ihre verschwundenen Eltern endlich wiedersehen kann, bleiben bis zum Ende offen, was dem Spannungsbogen mehr als gut tut 😉

Gioconda Belli vereint in diesem Buch einen phantastischen Ort der Träume, eine Welt des Friedens mit der skrupellosen Welt der Armut, des Machtmissbrauchs und des Drogenhandels. Durch ihren bildreichen Schreibstil lässt sie den Leser bereits nach wenigen Seiten in eine fremde Welt eintauchen und nicht mehr so schnell wieder los.

Habe das Buch sehr schnell durchgehabt und kann sagen, dass es auf jeden Fall mal wieder etwas ganz anderes war – sowohl vom Schreibstil her als auch von der Thematik. Danke Robert für das Geburtstagsgeschenk 🙂

7/10

 

Marah Woolf – BookLess. Ewiglich unvergessen (#3)

Foto: weltbild.de

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Lucy hat ihr Gedächtnis verloren und lebt nun bei de Tremaine und Beaufort. Die beiden Männer erklären ihr, dass sie Beaufort heiraten will und dass es ihre Aufgabe ist, Bücher auszulesen und damit zu retten.

Als Lucy gezwungen wird, ihr erstes Buch auszulesen, spürt sie, dass das nicht richtig sein kann. Und als ihr der Buchgeist von „Stolz und Vorurteil“ begegnet und sie warnt, fängt sie an, an den Absichten von de Tremaine und Beaufort zu zweifeln.

Auch das Hausmädchen Klara merkt, dass etwas nicht stimmt und beobachtet, dass Lucy immer einen ganz speziellen Tee trinken muss, der sie danach ganz willenlos werden lässt. Sie tauscht den Tee aus und schon bald geht es Lucy besser. Und so kehren auch die Erinnerungen wieder zurück.

Nathan und Lucys Freunde setzen unterdessen alles daran, um Lucy aus den Fängen von de Tremaine und Beaufort zu befreien.Und neben der Rettung von Lucy geht es weiter darum, endlich das „Vermächtnis der Hüterinnen“ zu finden, damit die umherirrenden Buchgeister gerettet werden können. Doch so schnell geben sich Tremaine und Beaufort nicht geschlagen – wenn sie schon die Bücher nicht haben können, soll sie keiner haben. Ein Feuer soll das Thema ein für alle Mal beenden. Können Lucy und Nathan noch rechtzeitig etwas dagegen unternehmen? Oder sind die Bücher und das in ihnen enthaltene wertvolle Wissen für immer verloren?

 

Marah Woolf bringt auch diese Trilogie zu einem würdigen Abschluss. Man kann es eigentlich ganz einfach sagen: Die Lektüre dieser Bücher macht einfach nur Spaß – vor allem Menschen wie mir, die Bücher über alles wertschätzen 🙂

9/10

 

Ally Condie – Die Ankunft (#3)

Foto: fischerverlage.de

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Xander, Ky und Cassia haben sich der Erhebung angeschlossen. Doch wenn sie nutzbringend an dieser teilhaben wollen, müssen sie sich – je nach individueller Begabung – wieder trennen. Xander arbeitet als Funktionär in der Stadt, Ky ist für den Medikamententransport auf dem Luftweg verantwortlich und Cassia dient wieder in der Stadt als Sortiererin, um Informationen für die Rebellen zu sammeln.

Die Erhebung beginnt ihren Aufstand und schleust einen Virus in die Stadt. Auf diese Weise will sie die Menschen zwingen, sich von der Regierung abzuwenden, da nur die Rebellen das Heilmittel haben. Doch dann mutiert das Virus und plötzlich werden auch Menschen krank, deren Überleben den Hauptpersonen mehr als am Herzen liegt. Der Kampf geht jetzt also nicht nur gegen das System selbst, sondern auch gegen eine Krankheit, die nicht zu kontrollieren zu sein scheint…

Mit Band 3 „Die Ankunft“ endet schließlich die Geschichte um Cassia, Ky und Xander. Wie auch Band 2 konnte mich dieses Buch nicht mehr hundertprozentig überzeugen. Das liegt vor allem an Condies Schreibstil, der nicht durch wirkliche Spannung überzeugt – und ich glaube, dass sie das auch gar nicht will. Sie schreibt auf eine sehr ruhige und besonnene Art und Weise – und mir manchmal leider wirklich zu ruhig. Die Bücher sind auf jeden Fall nicht schlecht, die Idee ist klasse, doch hätte ich mir eine etwas „rasantere“ Umsetzung an gewissen Stellen schon gewünscht. Ich finde, dass man das Buch eher als Kunstwerk sehen kann – zusammengesetzt aus Poesie und Prosa. Interessant auch, dass ich bei dem Buch immer an eine hellrosa Farbe denken muss ?!

Ich denke, dass ich die Trilogie irgendwann nochmal direkt hintereinander lesen werde. Vielleicht hinterlässt das dann ein insgesamt noch positiveres Bild 🙂

6/10

Schatten über Ulldart – Markus Heitz (#1)

Alles beginnt auf einem kleinen Gut in Tscherkass, was im Königreich Tarpol liegt. Bruder Matuc kommt gerade von der Fütterung seiner Hühner, als er Bruder Caradc auf dem Boden liegen sieht – Augen weit geöffnet und Schaum tritt aus dem Mund. Seine letzten Worte lauten: „Tadc… Gefahr… jemand… töten… Die Dunkle Zeit… kehrt zurück.“

Foto: amazon

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Der Nachteil dieser Prophezeiung: Mann kann sie auf zwei Arten auslegen. Entweder kehrt die Dunkle Zeit zurück, wenn der Tadc stirbt oder aber der Tadc muss sterben, damit die Dunkle Zeit NICHT anbricht. Matuc legt die Vision nach der zweiten Art aus und der Tadc, Lodrik Bardri¢ mit Namen, wächst die ersten 15 Jahre seines Lebens wohlbehütet auf und trägt den Namen „Keksprinz“ – fett, faul und eine Schande für die ganze Familie – so sieht es zumindest sein Vater, der Kabcar von Ulsar. Deswegen schickt er ihn in die Provinz Granburg, damit er dort der neue Gouverneur und damit endlich zum Mann werden soll. Er soll anonym reisen, damit er vor Attentätern sicher ist und sich seine Position bzw. den Respekt der Leute wirklich verdienen muss. Begleitet wird er von Stoiko, der ihn schon sein Leben lang betreut und Waljakov, seinem starken und unnahbaren Leibwächter.

 Neben Lodrik und seinen Verbündeten wird eine zweite Person vorgestellt: Kapitän Torben Rudgass. Er selbst nennt sich Freibeuter, andere bezeichnen ihn und seine Mannschaft als Piraten. Seine Geschichte beginnt mit einem Flottenduell gegen die Palestaner, das er verliert und in Gefangenschaft gerät. Doch auf dem Schiff der Palestaner befindet sich ein Assassine, der die gesamte Mannschaft vergiftet. Rudgass kann in einem Fass entkommen und landet wieder am Festland. Nach einigen ereignisreichen Reisen und Begegnungen erfährt er, dass der Assassine auf dem Schiff den Auftrag hat, Lodrik zu töten. Deswegen macht auch er sich auf den Weg nach Granburg.

Lodrik bekommt unterdessen Besuch von seiner mehr als unsympathischen Cousine Aljascha Radka, der Vasruca von Kostromo. Als sie ihn erst mit ihren Reizen anlockt und ihn dann auflaufen lässt und bitterlich verhöhnt, schwört er, dass er es allen zeigen wird. Dies ist das ausschlaggebende Ereignis für die Verwandlung Lodriks. Er hört auf, Kekse zu essen, trainiert hart und konzentriert sich auf seine politische Karriere. So lernt er auch Norina, eine Brojakentochter, kennen und lieben.

Ihr werdet der Nachfolger eines sehr großen, gefürchteten Herrschers werden und über viele Untertanen regieren. Ihr werdet viele Kinder haben. Eines von der Frau, die Euch liebt, drei von der Frau, die Euch verachtet und eines von dem Ihr nicht wissen werdet, dass es von Euch ist. (Prophezeiung von Visionärin Fatja über Lodrik)

Die Visionärin Fatja, die Lodriks Zukunft gesehen hat, wird von einem Beobachter, einer dunklen Kreatur, gezwungen, Granburg zu verlassen und niemals über das zu reden, was sie gesehen hat. Das, was sie Lodrik gesagt hat (siehe Zitat), war nur ein kleiner Bruchteil von all dem Schrecklichen, was sie wirklich gesehen hat.

Matuc hat unterdessen vom Großen Rat den Auftrag bekommen, Lodrik zu töten, da der Rat zum Schluss gekommen ist, die Prophezeiung von damals müsse doch anders ausgelegt werden. Auf seiner Reise trifft er auf die Kensustrianerin Belkala, Hohepriesterin des Gottes Lakastra, die auf Missionsfahrt unterwegs ist. Ein schwerer Streit bricht zwischen den beiden Gläubigen aus und als Belkala gehängt werden soll, taucht der Ordensritter Nerestro von Kuraschka auf und rettet Belkala das Leben. Gemeinsam kehren sie in die Burg Nerestros ein.

Das Buch endet mit einer weitreichenden Nachricht: Der Kabcar ist gestorben und Lodrik ist nun nicht mehr Tadc, sondern der neue Kabcar.

 

Markus Heitz hat mit seiner Ulldart-Reihe etwas ganz Besonderes geschaffen. Ich habe Band 1 mittlerweile viermal gelesen, immer wieder mit dem Ansinnen, die komplette Reihe zu lesen – das hat leider erst zweimal geklappt. Die Charaktere kriegen schnell jeweils ein sehr individuelles Gesicht und man ist sofort in der Handlung drin. Die Bücher gehen sehr schnell zu lesen und Band 1 ist definitiv ein sehr guter Auftakt zu einer noch besseren Reihe 🙂

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