Monatsarchive: Juli 2012

Die Asche meiner Mutter

Frank McCourt, in New York geboren, kehrt in seinem fünften Lebensjahr mit seinen Eltern und seinen Geschwistern in sein Heimatland – Irland – zurück. Die Familie kämpft Tag für Tag gegen Armut, Hunger und Krankheit, und doch schafft sie es immer wieder auch schöne Momente zu erleben und das Leben auch als lebenswert erscheinen zu lassen. In einer emotional bewegenden und wunderbar geschriebenen Autobiographie beschreibt Frank McCourt sein Leben, und wie er es schafft, sich gegen alle widrigen Umstände zu behaupten und schließlich genug Geld zu sparen, um wieder nach Amerika zu gehen.

Ich habe selten eine Autobiographie gelesen, die mich derart begeistert und vor allem auch alle Gefühlslagen erleben hat lassen. Von Lachen bis Weinen ist eigentlich nahezu alles dabei, und das macht auch die Besonderheit dieses Buches aus. Eine Geschichte von einem Mann, der in seiner Kindheit alles erlebt hat: Mehrmals kurz vor dem Kälte- oder Hungertod (wo einige seiner Geschwister nicht so viel Glück hatten wie Frank selbst), der Vater wird Alkoholiker und lässt dann auch die Familie im Stich … Frank muss sich um seine Familie kümmern, aber auch um sich selbst, denn er hat den großen Plan gefasst, genug Geld zu sparen, um wieder in sein Geburtsland zurückzukehren, und dort ein neues Leben anzufangen.

10/10

Tochter der Wälder

Die Geschichte ist schon bekannt seit den Gebrüdern Grimm. Sieben Geschwister – sechs Brüder und eine Tochter – werden durch die böse Stiefmutter mit einem Fluch belegt: Die Brüder werden in Schwäne verwandelt und die Tochter muss nun ihren Brüdern sechs Hemden fertigen, die aus einem Material bestehen müssen, das das Mädchen jede Sekunde des Arbeitens schmerzt und sie am liebsten die Arbeit niederlegen lassen würde. Während der gesamten Zeit darf sie kein einziges Wort sagen, wenn noch, dann sind ihre Brüder für immer verloren. Dieses Schicksal ereilt auch Sorcha, die Tochter eines irischen Lords im hohen Norden. Auf der Flucht vor ihrer bösen Stiefmutter fällt sie in die Arme von Engländern, die auf Befehl „des Roten“ das schweigsame Mädchen auf seine Burg mitnehmen. Dort beginnt eine komplizierte Phase ihres Lebens: Zum einen muss sie sich auf ihre Arbeit konzentrieren, muss sich die Feindseligkeiten der Engländer gefallen lassen und darf ihr Schweigen nicht brechen, zum anderen ist da auch „der Rote“, den sie immer besser kennenlernt und schließlich merkt, dass die Engländer gar nicht die Feinde der Iren sein müssen. Das Buch endet in einem dramatischen Höhepunkt, bei dem Sorcha der Hexerei angeklagt wird, „der Rote“ nicht zugegen ist und das letzte Hemd für ihren sechsten Bruder ist noch nicht vollständig fertig …

Auch wenn die Grundgeschichte des Buches von einem Märchen abgeschaut wurde, so ist doch die Umsetzung von Juillet Marillier so genial, dass das Buch auf keiner Seite langweilig wird und man von Anfang an mit Sorcha mitfiebert, mit ihr leidet, sich mit ihr freut – und das bis zum Schluss. Dieses Buch geht einem nicht mehr aus dem Kopf, wenn man es einmal gelesen hat. Für jeden Freund der guten Literatur ein absolutes Muss!

10/10

Seelen

Die Bis(s)-Reihe hat sie an die oberste Spitze der Bestsellerlisten getrieben. Doch diese Reihe ist vorbei. Was soll danach kommen? Kann Stephene Meyer dort anknüpfen wo sie aufgehört hat, oder war die Geschichte um Bella und Edward alles, was sie uns zu erzählen hatte? Nein! Mit „Seelen“ hat Stephenie Meyer meiner Meinung nach sogar eine ganze Schippe draufgelegt. Die Menschen werden in einer Welt, die gar nicht so weit in der Zukunft liegt, von den sogenannten Seelen als Wirte benutzt. Die Menschen verlieren die Kontrolle über ihren Körper und über ihr Bewusstsein. Doch es gibt einige Menschen, die sich gegen diese Seelen wehren. So auch Melanie. Als sie von einer Seele als Wirt ausgesucht wird, kämpft sie in sich drin mit dem neuen Bewohner ihres Körpers – und kann bestehen! Wanda zwingt Melanie ihre Gruppe von Widerständlern aufzusuchen, unter denen sich auch Melanies Freund, Jared, befindet. Als sie merken, dass ihre Genossin von einer Seele befallen wurden, wollen sie sie erst töten, doch Jared kann dies in letzter Sekunde verhindern, weil er merkt, dass Melanie noch im Körper ist. So beginnt ein spannender Alltag und eine Dreiecksbeziehung, die es so noch nicht gegeben hat. Und dann verliebt sich auch noch Wanda in jemand anders …

Eine klasse, innovative Idee, perfekt umgesetzt. Ein Buch, das alles hat, was man braucht, um ihm die volle Punktzahl zu geben!

10/10

Göttin in Gummistiefeln

Klappentext:

Samantha, eine junge und höchst erfolgreiche Londoner Anwältin, geht völlig in ihrer Arbeit auf. Bis sie eines Tages entdeckt, dass ihr ein katastrophaler Fehler unterlaufen ist. In Panik verlässt sie das Büro und steigt in den nächstbesten Zug, der sie auf das beschauliche englische Land bringt. Als sie nach dem Weg fragen will, kommt es zu einer folgenschweren Verwechselung: Man hält sie für die Bewerberin um einen Job als Haushaltshilfe. Völlig überrumpelt lässt Samantha sich einstellen, obwohl sie von Hausarbeit nicht die geringste Ahnung hat. Ein Glück, dass ein junger Gärtner bereit ist, ihr hilfreich zur Seite zu stehen.

Da ich kein großer Freund der „Shopaholic“-Reihe bin (zu oft kommt mir da der Gedanke „Wie dumm kann man sein?!“) , war ich am Anfang eher skeptisch, als ich mit der Lektüre diesen Buches anfing. Doch bereits nach wenigen Seiten hatten mehrere Schmunzler meinerseits dafür gesorgt, dem Buch eine richtige Chance zu geben und an einem Abend war die Sache erledigt. Eine wunderbar unterhaltsame, komische und teilweise skurrile Geschichte, die eines beweist: Kinsella hat es doch drauf! Mit Happy End-Garantie 😉

8/10

Sag’s nicht weiter, Liebling

Emma Corrigan scheint vom Pech verfolgt. Alles in ihrem Leben geht schief, und jetzt auch noch das: Sie sitzt in einem von Turbulenzen geschüttelten Flugzeug und sieht ihr letztes Stündlein gekommen. In Panik legt Emma eine dramatische Lebensbeichte ab: Jedes Geheimnis, jede jemals geäußerte Lüge bricht aus ihr heraus. Zu dumm, dass Emmas Sitznachbar alles andere als ein Unbekannter ist…

Auch dieses, nicht zur „Shopaholic“-Reihe, gehörende Buch von Sophie Kinsella ist den Preis absolut wert. Superunterhaltsame Lektüre, die ein nahezu ununterbrochenes Dauergrinsen verspricht. Natürlich kann man hier keinen ausgefeilten Roman und komplexen á la Brandon Sanderson oder ähnliches erwarten, aber für einen gemütlichen Lesenachmittag absolut perfekt geeignet und jedem (weiblichen) Lesefreund ans Herz gelegt.

8/10

3 Thron

Der dritte deutsche Band läutet den zweiten englischen und damit auch die zweite Staffel „Game of Thrones“ ein. Nach dem Tod von Robert Baratheon und Eddard Stark werden sämtliche Karten neu gemischt. Jeoffrey, Baratheons „Sohn“ erhebt Anspruch auf den Thron, doch auch die Brüder von Robert, Stannis und Renly wollen ein Wörtchen mitreden – und nicht nur sie. Robb dringt immer tiefer ins Politik- und Kriegsgeschehen auf dem Land ein, Arya erlebt ihr ganz eigenes Abenteuer auf der Reise in Richtung Heimat, und auch Sansa muss sich immer wieder am Hof von Joeffrey behaupten. Bran und sein Schattenwolf fangen an zu einem Wesen zu verschmelzen, und Daenerys macht sich auf die Suche nach ihrem eigenen Heer – mit dem sie ebenfalls ihren Anspruch auf den Thron der Sieben Königslande geltend machen kann. Theon Graufreund, einst Mündel von Eddard Stark, kehrt nach Hause zurück, nur um zu merken, dass er gar nicht mehr der Erbe seines Vaters sein soll – diese Rolle hat seine Schwester eingenommen. Er muss sich jetzt erst einmal wieder behaupten, ob er nicht vielleicht in der Zeit seiner „Gefangenschaft“ bei den Starks ihnen gegenüber so etwas wie Treue entwickelt hat. Und auch Jon und seine Gefährten befinden sich weiterhin im Norden, nun auf der Suche nach einem Mann, der einst selbst Wächter der Mauer gewesen war und nun eine Armee von Wildlingen um sich herum versammelt, um irgendwann zu einem günstigen Zeitpunkt Richtung Mauer zu marschieren.

9/10

Erbe von Winterfell

Auch der zweite Band umfasst wieder mehrere Handlungsstränge, die in jedem Kapitel einzeln fortgeführt werden. Lord Eddard wird immer tiefer in die Intrigen und Machtkämpfe am Hofe des Königs hineingezogen, bis es schließlich zu einem dramatischen Finale kommt, das die gesamte Geschichte des Stark-Hauses verändert. Arya kann mit Hilfe von Yoren, einem Mann, der stets Männer für die Mauer im Norden sucht, als Junge verkleidet, aus der Königsstadt fliehen. Sansa bleibt dort, als eine Art Gefangene von Jeoffrey und Cersei. Robb zieht mit seinen Mannen aus Winterfell in den Krieg Richtung Süden. Bran und Rickon verbleiben in Winterfell – allein.

Daenerys wächst immer mehr in die Rolle der Khalessi, der Frau des Khaal, hinein, und als sie schwanger wird, sieht sie ein, dass ihr Bruder schon lange die Macht über sie verloren hat. Als Khaal Drogo an einer Kampfverletzung stirbt und Daenerys ihr Kind durch eine Falle einer Hexe verliert, beschließt sie, den Kampf alleine aufzunehmen – mit ihren neugeborenen Drachen.

Jon’s Schattenwolf findet eine Menschenhand, und wenig später entdecken Jon und seine Gefährten zwei Leichen von Grenzwächtern. Als Jon dann noch von einem Weißen Wanderer angegriffen wird, beschließen die Männer gen Norden zu ziehen, um den restlichen vermissten Trupp, unter dem sich auch Jons Onkel Benjen Stark befindet, zu suchen.

Alle Handlungsstränge, nicht nur die ausgeführten drei, werden im zweiten Teil genauso spannend weitergeführt, wie sie im ersten Teil begonnen hatten. Man entwickelt immer weiter Zuneigung – und auch Abneigung – für bzw. gegen die einzelnen Charaktere. Vor allem die erzwungene rasche Entwicklung der Stark-Kinder ist besonders interessant zu verfolgen, da sich jeder einzelne von ihnen anders entwickelt und einen vollkommen unterschiedlichen Weg einschlägt. Sansa, die stets gute Miene zum bösen Spiel machen muss, will sie Jeoffrey nicht womöglich zu einem Todesurteil gegen sie reizen, Arya, die Richtung Norden zieht, als Junge, Robb, der als ältester Sohn auf einmal der Lord von Winterfell ist und nun Krieg führen muss, Bran, der immer noch gelähmt ist und mit seinem kleinen Bruder Rickon, der nichts weiter will als seine Familie, in Winterfell zurückbleiben und das Land verwalten muss, sie alle werden schnell erwachsen und lernen, was es heißt, Verantwortung zu tragen und Erwachsen zu sein. Mit dem Ende des zweiten Bandes ist auch die erste Staffel von „Game of Thrones“ vorbei.

10/10

Die Heimkehr

Die Gruppe kommt nach einer langen Reise in der Aiel-Wüste an den Hängen des Chaendar an, wo sie schon drei Aiellager auffinden und eine nebelumwallte Stadt. Mat und Rand treten in Rhuidean, „Die Stadt der Toten“, ein. Auch Aviendha und Moiraine folgen ihnen ein wenig später. Egwene unterhält sich mit den Weisen Frauen und erfährt, dass die Traumwelt Tel’aran’rhiod nichts mit der Benutzung der Einen Macht zu tun hat. Wer hier verletzt wird, ist auch in Wirklichkeit verletzt. Rand durchlebt die Geschichte der Aiel, wohingegen Mat als Narr bezeichnet und durch eine Schlinge um den Hals getötet werden soll. Rand findet ihn in letzter Sekunde und rettet ihm das Leben. Den Speer, der das Seil um seinen Hals an einem Baum befestigt hat, nimmt er mit. Inzwischen sind Perrin, Loial und Faile bei den Zwei Flüssen angekommen. Sie wollen die Gegend beim Widerstand gegen Trollocs und Weißmäntel unterstützen. Auch zwei Aes Sedai, Verin und Alanna, befinden sich dort, um nach Frauen zu suchen, die die Eine Macht lenken können. Rand hat, als er aus Rhuidean herauskommt, auch am linken Unterarm einen Drachen. Auf dem Rechten war schon längere Zeit einer zu sehen. Dies sind die Zeichen des Wiedergeborenen Drachen, ebenso wie die eingebrannten Reiherzeichen in beiden Handflächen. Aviendha soll in Zukunft Rand über die Sitten und Bräuche der Aiel aufklären. Die Aiel machen sich auf den Weg und treffen unterwegs auf Fahrende Händler, die sie begleiten wollen. Thom, Juilin, Nynaeve und Elayne kommen nach einer langen Reise auf dem Schiff in Tanchico an. Hier wollen sie ihre Suche nach den Schwarzen Ajah fortführen. Nynaeve und Elayne wollen sich verkleiden, um nicht sofort erkannt zu werden.

9/10

Schattensaat

Das Leben in Tear wird durch Rands Ta’veren immer wieder auf den Kopf gestellt, da er das Muster zu sehr beeinflusst und so auch das Schicksal der Menschen in seiner Umgebung. Egwene und Nynaeve verhören unterdessen zwei Schwarze Ajah, wobei sie Moiraine jedoch stört. Da Rand auf keinen ihrer Ratschläge hört, fällt ihr nur noch ein Ter’angreal in Form eines Türahmens ein. Dieser gibt drei Antworten zur Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Als sich Egwene eines nachts in der Traumwelt Tel’aran’rhiod befindet, wird sie von einer Frau namens Amys angesprochen. Diese sagt Egwene, dass sie in die Kaltfelsenfestung kommen soll, um zu lernen. Egwene und Aviendha sollen zur Kaltfelsenfestung aufbrechen, Nynaeve und Elayne nach Tanchico, um dort nach etwas Bösen zu suchen, dass Amys erwähnt hatte. Perrin, Loial und Faile machen sich auf, in Richtung Heimat, da Perrin dort seine Aufgaben sieht und er von Rand’s Ta’veren weg will. Egwene, Aviendha, Rand, Moiraine und Lan machen sich auf den Weg nach Rhuidean. Die Aiel folgen ihm.

8/10

Die Straße des Speers

Perrin, Moiraine, Loial und Lan sind in Remen angekommen. Doch auch dort haben sie keinen langen Aufenthalt, denn Perrin befreit einen gefangengenommenen Aielmann und die Kinder des Lichts wollen ihn zur Rechenschaft ziehen. Die drei finden ein Schiff, welches sie aus der Stadt bringt und auf dem Schiff lernt Perrin Faile kennen, eine Jägerin nach dem Horn von Valere. Als Nynaeve, Egwene und Elayne in ein cairhienisches Dorf kommen, lernen sie eine Aiel kennen: Aviendha, die sie bittet eine verletzte Aiel zu heilen. Nynaeve gelingt dies – aber erst, nachdem sie wütend genug geworden ist, um die Eine Macht zu verwenden. Bei einer kurzen Gefangennahme durch Schattenfreunde und einen Myrddraal verwendet Nynaeve zum ersten Mal Baalsfeuer, die mächtigste Waffe für diejenigen, die die Macht berühren können. Gemeinsam mit den Aiel reiten die Frauen nach Jurene, um anschließend auf einem Schiff weiter nach Tear zu segeln. Moiraine, Lan, Perrin, Loial und Faile kommen in Illian an. Als sie jedoch erfahren, dass einer der Verloren über die gesamte Stadt herrscht, reisen sie wieder weiter – Richtung Tear. Nynaeve, Egwene und Elayne haben einen Diebfänger namens Juilin Sandar angeheuert, der für sie die Schwarzen Ajah suchen soll. Doch er wird von diesen zuerst gefunden und gezwungen, die Frauen in eine Falle zu locken: Die drei werden von den Schwarzen Ajah gefangen genommen. Mat, der mit Thom inzwischen auch in Tear angekommen ist, bekommt ein Gespräch von Juilin mit, in dem er sagt, er möchte die drei Frauen, die er verraten musste, wieder befreien. Mat und er kämpfen Seite an Seite. Auch Rand befindet sich in Tear und sucht nach dem Schwert Callandor, welches für den Wiedergeborenen Drachen bestimmt ist. Mat und Juilin befreien die drei Frauen, während Rand wieder einmal gegen Ba’alzamon kämpft und ihn dieses Mal mit dem Schwert Callandor tötet. Über dem Stein weht nun der Drachenbanner, und Mat erfährt, dass die Aiel das Volk des Drachen seien und nun aus ihrer Heimat gekommen waren, um „Dem, der mit der Morgendämmerung kommt“ zu folgen. Moiraine klärt die Gruppe auf, dass es noch mindestens 9 Verlorene gibt, und nur noch vier Siegel, die den Dunklen König in seinem Gefängnis gefangen halten. Es ist noch viel zu tun.

9/10